Marion Mebes, Lydia Sandrock: Kein Küsschen auf Kommando & Kein Anfassen auf Kommando (Doppelband)

(ISBN: 9783927796928, 2010, ab 4 Jahre)

Gefühle erkennen, benennen und ihnen vertrauen ist die Grundlage um selbst Grenzen gegenüber anderen zu setzen. Macht Mut zum Nein-Sagen.

 


 

Den eigenen Gefühlen vertrauen – eine wichtige Botschaft für Kinder, die aus diesem Buch spricht. Mädchen und Jungen können häufig verschiedene Empfindungen und Gefühle nicht unterscheiden. Dieses Buch hilft ihnen, ihre Gefühle besser kennenzulernen, sie zu benennen, und stärkt ihre Fähigkeiten, unangenehme Berührungen zurückzuweisen. Empfehlung: gut

Quelle: Intersektionale Kinderbuchliste von der Initiative intersektionale Pädagogik i-PÄD, 2016, www.i-paed-berlin.de

 


 

Manche Berührungen sind schön und manche sind unangenehm. Um diesen wichtigen Unterschied geht es in diesem Buch. Auf jeder Doppelseite werden je eine schöne und eine unangenehme Situation dargestellt. Zu sehen sind zum Beispiel ein Kind, dass sich im Moment gern von einem Freund kitzeln lässt.

Wenn es das dann aber nicht mehr mag, sagt es „Stop!“. Auf einer weiteren Doppelseite ist ein Kind auf dem Arm seiner Mutter, um sich trösten zu lassen. Auf der anderen Seite will ein Kind runter vom Schoß eines Erwachsenen. Da macht es deutlich: ‚Lass mich los!‘. Begleitet wird jedes Bild von einem Text in Gedichtform, wie zum Beispiel: ‚Ich will auf den Arm, da ist es warm. Wenn ich runter will vom Schoß, dann lass mich los.‘. Die Kinder werden von den Bildern und den Texten im Wahrnehmen ihrer positiven, wie negativen Gefühle unterstützt. Manchmal ist es nur ein Tick zu viel Nähe, die ein schönes Gefühl ins Negative verkehrt. Das zu merken, es zu sagen und sich im Notfall auch wehren zu können, dabei hilft dieses Buch. Die abgebildeten Personen sind dem Aussehen nach sehr vielfältig, was vielen Kindern die Möglichkeit zur Identifikation gibt.

Das Buch regt an, über Gefühle zu sprechen und soll Kinder ermutigen, ihre Grenzen zu zeigen. Erwachsenen macht es deutlich, dass wir manchmal die Gefühle von Kindern nicht respektieren, weil wir es doch „gut meinen“. Aber nur wenn wir die Kinder mit ihren Gefühlen ernst nehmen und sie ermutigen sich zu wehren, können sie in einer wirklich gefährlichen Situation vielleicht „Nein!“ sagen. Leider gibt es kein positives Bild, auf dem ein Mann mit einem Kind in gegenseitigem Einverständnis kuschelt.

Quelle: KINDERWELTEN Bücherkiste 2018 – Kinderbücher für eine vorurteilsbewusste und inklusive Bildung